Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr

IGE Klimaneutralität

Klimaneutrales Unternehmen

Der heutige Klimawandel ist die größte Herausforderung für die Menschheit seit dem Ende der letzten Eiszeit. Weltweit besteht inzwischen Einigkeit, dass wir diesen menschengemachten Klimawandel dringend begrenzen müssen. Deshalb haben wir die Treibhausgasemissionen unseres Unternehmens sowie die der von uns verantworteten Gütertransporte erfassen lassen und durch den Erwerb von insgesamt 6.800 Klimaschutzzertifikaten für die Jahre 2019 und 2020 ausgeglichen. Mit diesen Zertifikaten unterstützen wir drei internationale Klimaschutzprojekte: ein Wasserkraftprojekt in Mali (UN CER), ein Wasserkraftprojekt in Indien (UN CER) sowie ein Waldschutzprojekt in Uruguay (Verified Carbon Standard). Für die Kompensation der durch uns verursachten Treibhausgase haben wir die Auszeichnung „klimaneutrales Unternehmen“ erhalten.

Frequently Asked Questions zur Klimaneutralität

  • Der sich derzeit und in Zukunft vollziehende Klimawandel darf als die größte Herausforderung der heutigen und zukünftigen Menschheit angesehen werden. Dabei ist er nicht nur eine Umweltfrage, , wie immer noch viele Menschen glauben dürften, sondern eine allumfassende Bedrohung, da er die Produktions‐ und Lebensbedingungen voraussichtlich stark verändern wird. Verantwortlich für den heutigen Klimawandel sind vornehmlich Treibhausgasemissionen, wie Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas und Kältemittel, die seit Beginn der Industrialisierung in großen Mengen in die Atmosphäre ausgestoßen werden. Ursächlich ist vor allem die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen wir Kohle, Gas und Öl. In dessen Folge erwärmte sich die Erdoberfläche seither bereits um etwa 1,2 Grad Celsius. Der Weltklimarat schätzt, dass die Oberflächentemperatur der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts um durchschnittlich weitere 4 Grad Celsius steigen wird, wenn die Menschheit nicht bereit ist noch entschlossener zu handeln und die Ursachen zu bekämpfen. Die Weltgemeinschaft hat sich darauf geeinigt, dass eine Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius beschränkt werden muss, um katastrophale Folgen noch verhindern zu können. Die bisherigen Zusagen verantwortlicher Akteure aus den einzelnen Industriestaaten ́beschränken die Erderwärmung allerdings nur auf gerade mal 4 Grad Celsius. Um diese Ambitionslücke zu schließen, bedarf es eines zusätzlichen erheblichen Engagements von verantwortlichen Akteuren aus Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Nicht zuletzt beeinflussen die Folgen des Klimawandels weitreichend Ökosysteme, Wirtschaft und Gesundheit.

    Eine weitere Auswirkung des Klimawandels ist der weltweit ansteigende Meeresspiegel, da sich Wasser bei Erwärmung ausdehnt und zudem, bedingt durch das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde, eine größere Menge zusätzliches Wasser in die Meere fließt. Nicht alle Regionen sind vom Klimawandel gleichermaßen betroffen. Besonders gefährdet sind Küstengebiete sowie ärmere Regionen, die geringe Ressourcen zur Verfügung haben, um sich den Auswirkungen zum Beispiel vermehrter Trockenheit oder starker Regenfälle und zerstörerischer Fluten anzupassen oder ihnen mit Maßnahmen zu begegnen. In Folge dieser Gefahren verstärken sich Armut, aber auch Fluchtbewegungen aus solchen Regeionenvermutlich erheblich

  • „Lösungen für den Klimawandel werden nicht nur in Forschungszentren und Labors gefunden, sondern entstehen auch durch den Innovationsgeist jener Menschen, die am stärksten von diesem Wandel betroffen sind. Viele Gemeinschaften und Unternehmen sowie lokale und nationale Regierungen, auch in Entwicklungsländern, zeigen uns schon heute den Weg in eine CO2‐neutrale Welt. Diese Anstrengungen müssen nun auf globaler Ebene ausgebaut werden. Klimagerechtigkeit verlangt außerdem, dass jene wohlhabenderen Länder, die zum größten Teil für die Zunahme der Treibhausgase verantwortlich sind und auch die damit verbundenen Gewinne eingestrichen haben, den ärmeren Nationen dabei helfen, sich an die Klimaveränderungen anzupassen.“ [Kofi Annan, ehemaliger UN‐Generalsekretär]

    Lösungen für den Klimawandel werden von Bürgern, Unternehmen, Regionen, Städten und Kommunen gefordert und zunehmend umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde bereits 1997 mit dem Kyoto‐Protokoll ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen geschaffen, das die Treibhausgasemissionen einzelner emissionsintensiver Branchen in Industriestaaten reguliert. Es wurde in dem am 7. November 2016 in Kraft getretenen „Pariser Protokoll“ fortgeschrieben.

  • Der Treibhauseffekt ist ein globales Phänomen, da die Verteilung der Treibhausgase in der Atmosphäre in etwa gleich ist. Daher spielt es keine Rolle, wo auf der Welt Treibhausgase eingespart oder gespeichert werden. Im völkerrechtlich verbindlichen Kyoto‐Protokoll wurde daher festgelegt, dass sogenannte Klimaschutzprojekte, die Treibhausgasemissionen vermeiden oder speichern, dort stattfinden sollen, wo sie am wirtschaftlichsten sind. Entsprechend gibt es viele Projekte in Schwellen‐ und Entwicklungsländern, weil hier das Potential der Einsparungen durch neue Technologien noch sehr hoch ist und diese wesentlich kostengünstiger eingesetzt werden können. Zudem sind dort häufig die Bedingungen für Erneuerbare Energieanlagen (Sonne, Wind, Wasser und Biomasse) deutlich vorteilhafter. Die Initiatoren, respektive Akteure der Klimaschutzprojekte, überwiegend Projekte erneuerbarer Energien, erhalten für ihr Engagement Emissionsgutschriften, die in Form von Klimaschutzzertifikaten gehandelt werden können. Deren Höhe bemisst sich durch den Vergleich mit den Emissionen, die beispielsweise durch den Bau eines Kohlekraftwerkes entstanden waren. So werden Emissionsminderungen dort realisiert, wo die Kosten der Vermeidung einer Tonne CO2 am geringsten sind. Außerdem trägt der Emissionshandel wesentlich zum Transfer von sauberen Technologien in Schwellen‐ und Entwicklungsländer und zu einer nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung der Region bei sowie zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN.

    1. Beitrag zur Erfüllung der Kilimaschutzziele der BRD, der EU sowie der Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UN
    2. Förderung der Bewusstseinsbildung von eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ,sowie Lieferanten und Kunden für einen schonenden Umgang mit endlichen Ressourcen..
    3. Eintritt in den Wachstumsmarkt „Nachhaltige Unternehmen“. Durch den Status „klimaneutral“ Profilierugn im eigenen Marktsegment möglich.
    4. Möglichkeit eine Vorreiterrolle einzunehmen und sich dadurch als der Weltgemeinschaft und deren Zielen öffnend, der Umwelt verpflichtend, den Folgegenerationen verantwortlich sowie fortschrittlich, innovativ, und zukunftsgewandt zu positionieren.
    5. Bewusstseinsförderung für die Notwendigkeit der Energiewende.

    Durch den Status als „klimaneutrales Unternehmen“ und einem entsprechenden Angebot wird das Unternehmen zum Partner gleichgesinnter Kunden sowie gleichgesinnter Akteure der Branche.

  • Die erworbene Anzahl der CO2‐Zertifikate wurde stillgelegt. Dies ist insofern bedeutend, da diese Stilllegung Voraussetzung für die Gestaltung und Vermarktung CO2‐neutraler Unternehmen und/oder Produkte ist. Ohne Stilllegung könnte ein CO2‐Zertifikat im freiwilligen Markt ggf. weiter gehandelt werden, wodurch keine zusätzliche Emissionsreduktion erreicht würde.

  • Wir glauben ganz besonders an die Zukunft von erneuerbaren Energien und die Chance eines nachhaltigen Wachstums, insbesondere in Entwicklungsländern. Deshalb haben wir in folgende Projekte investiert: in ein Wasserkraftprojekt in Mali, in ein Wasserkraftprojekt in Indien und in ein Waldschutzprojekt in Uruguay.
    Für die Kompensation unserer Treibhausgase haben wir die Auszeichnung „klimaneutrales Unternehmen“ erhalten.

Die Darstellung der Projekte im Einzelnen:

Wasserkraftprojekt in Mali

Erzeugung von Strom durch Wasserkraft am Senegal
Das regionale Wasserkraftprojekt Félou liefert saubere Energie an das Verbundnetz der Unterregion einschließlich Mali, Mauretanien und Senegal. Das Projekt wird von den Regierungen von Mali, Mauretanien und Senegal gefördert.
Die SOGEM leitet die operative und technische Leitung des Félou-Projekts und wird später eine private Stelle für die Betreuung und Pflege des Projekts auswählen.
Die Gesamtinvestitionskapazität des Projekts beträgt 63,45 MW, bestehend aus 3 Bulb-Turbinen mit einer prognostizierten Bruttoerzeugung von 333,5 GWh pro Jahr. Dadurch lassen sich zunehmend mehr fossile Energieträger ersetzen, was sich positiv auf die Luftqualität und somit die Gesundheit der Anwohner auswirkt.

Wasserkraftprojekt in Indien

Nutzung eines Kanalsystems zur Erzeugung von Strom
Die Projektaktivität wurde in Betracht gezogen, um den Wasserfluss in dem bestehenden Kanalsystem zur Erzeugung von Elektrizität zu nutzen. Ohne die vorgeschlagene Projektaktivität wäre das Stromerzeugungspotenzial im fließenden Wasser ungenutzt geblieben, und in den fossilen Kraftwerken, die ans Netz angeschlossen sind, wäre eine ähnliche Menge an Elektrizität entstanden.
Da es sich um ein Kanalprojekt (ohne Speicher) handelt, erfordern sie keine Verschiebung (Rehabilitation & Umsiedlung) der menschlichen Bevölkerung. Strom kann immer dann erzeugt werden, wenn Wasser im Kanal verfügbar ist (abhängig von der Pflanzenernte, da die Wasserversorgung im Kanal von der staatlichen Bewässerungsbehörde kontrolliert wird).
Das Wasser für das Projekt wird aus dem Abohar Branch Canal entnommen und nach Passieren der Kaplanturbinen mit vertikaler Achse in den Kanal zurückgeleitet. Es wird keinen direkten Verbrauch von Kanalwasser und keine Störung des Bewässerungssystems geben.

Waldschutzprojekt in Uruguay

Aufforstung zum Binden von CO2 aus der Atmosphäre
Das Projekt wird insgesamt 21.298 ha Land umfassen, das zuvor von Fleischrindern beweidet wurde, auf dem Forstplantagen zur Gewinnung hochwertiger, langlebiger Holzprodukte und zur Speicherung großer Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre errichtet werden.
Die Wälder werden hauptsächlich auf Eucalyptus grandis Plantagen in 22- jährigen Rotationen basieren, die mit Schnitt und zwei bis drei Ausdünnungsarbeiten bewirtschaftet werden, um Stämme mit hohem Durchmesser zu erhalten, die zum Sägen und Furnieren geeignet sind. Die Bepflanzung wird bis zum 5. Jahr des Projekts abgeschlossen sein und die Wälder werden nach einer klaren Ernte neu bepflanzt. Die Praktiken werden mit dem FSC-Standard für nachhaltige Forstwirtschaft kompatibel sein. Gepflanzte Wälder werden Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen und es in verschiedenen Kohlenstoffpools speichern (oberirdische und unterirdische Biomasse, Boden, Streu, Nicht-Baum-Vegetation, Totholz und geerntete Holzprodukte).